Clara Barton:

 

-         Geboren am 25. Dezember 1821 in Oxford Massachusetts..

-         Ihren Schulunterricht erhielt sie vorwiegend zu Hause und von ihren beiden Brüdern und zwei Schwestern. Ihre Geschwister waren mehr als zehn Jahre älter.

-         Mit elf Jahren begann sie ihren krank gewordenen Bruder zwei Jahre lang zu pflegen. Sie lernte dadurch, wie man Medikamente verabreichte, und wie man sich um einen Kranken kümmerte: Erfahrungen zur Krankenpflege, die ihr weiteres Leben prägten.

-         Im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, begann sie zu unterrichten. Die ersten zehn Jahre arbeitete sie in einer kleinen Stadt in Massachusetts, in der einer ihrer Brüder eine Fabrik besaß.

-         Sie gründete, einigen Schwierigkeiten zum Trotz, eine der ersten freien Schulen New Jerseys. Obwohl sie die Schule in kürzester Zeit zum Erfolg führte, hatte sie als Frau im 19. Jahrhundert nicht die nötigen Rechte, um offiziell als Schulleiterin zu fungieren. Der Posten wurde einem Mann übertragen, und Clara Barton trat zurück.

-         1854 erlitt sie, vermutlich aufgrund von arbeitsbedingter Überanstrengung, einen Nervenzusammenbruch.

-         Im selben Jahr zog sie nach Washington D.C, wo sie als erste weibliche Regierungsangestellte der Vereinigten Staaten Sekretärin im Patentamt wurde.

-         Als der Amerikanische Bürgerkrieg begann, kündigte Barton ihren Posten in Washington. Sie meldete sich wie viele andere Frauen freiwillig zur Pflege verwundeter Soldaten.

-         Schnell erkannte sie, dass die Armee in medizinischen Belangen schlecht vorbereitet war.

-         Nach der ersten Schlacht am Bull Run im April 1861 gelang es ihr, eine Gesellschaft für die Beschaffung und Verteilung von medizinischen Hilfsgütern an verwundete Soldaten aufzubauen.

-         Barton musste über ein Jahr gegen bürokratische Hemmnisse kämpfen, um eigene Hilfsgüter auf die Schlachtfelder bringen zu dürfen. Ihre Erfahrungen aus Washington waren ihr dabei sicherlich eine Hilfe.

-         Im Juli 1862 erhielt sie endlich die Erlaubnis,  auf einigen der schrecklichsten Schlachtfelder des Bürgerkrieges Hilfe zu leisten. Die Herkunft der verwundeten Soldaten spielte für sie keine Rolle.

-         1864 wurde sie offiziell von General Benjamin Butler zur Leiterin seiner Frontspitäler ernannt. Für ihren insgesamt dreijährigen Einsatz an der Front erhielt sie die anerkennenden Beinamen „Engel des Schlachtfeldes“ und „amerikanische Florence Nightingale“.

-         Als der Bürgerkrieg im Frühjahr 1865 endete, war Barton über 40 Jahre alt. Sie sprach bei Abraham Lincoln vor und bat ihn, ein Büro einzurichten, an das sich Verwandte und Bekannte von vermissten Armeeangehörigen wenden konnten. Von 1866 bis 1869 sammelte Barton Spendengelder für diese Einrichtung.

-         Bartons Office of Correspondence war weltweit der erste Vermisstensuchdienst dieser Art. Mit Hilfe der Organisation konnten über 30.000 Schicksale geklärt werden.

-         Von Juli bis August 65 war Clara Barton in Andersonville um bei der würdigen Bestattung der Toten zu helfen. Ihr half ein Ex-Gefangener Namens Atwater, der heimlich Kopien der Begräbnislisten angefertigt hatte. Mit Hilfe dieser und der verbliebenen Aufzeichnungen der Kommandantur gelang es, dass von den 12 000 Gräbern nur 460 !! mit dem Schild "unknown Union Soldier" versehen werden mussten.

-         Im August 1869 reiste nach Europa. Bei ihrem Aufenthalt in der Schweiz begegnete sie unter anderem auch Louis Appia, einem Gründungsmitglied der Vorläuferinstitution des späteren Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Sie erfuhr über ihn von Henry Dunant und seiner Idee einer internationalen humanitären Organisation, die sich in Kriegen um Verwundete kümmern wollte, sowie von der fünf Jahre zuvor verabschiedeten Genfer Konvention. 

-         Noch während Bartons Aufenthalt in Europa begann 1870 der Deutsch-Französische-Krieg.

-         In Straßburg kümmerte sie sich um die Zivilbevölkerung; in Paris richtete sie Werkstätten für Frauen ein, damit sich diese ihren Lebensunterhalt verdienen konnten.

-         Für ihren Einsatz wurde sie vom deutschen Kaiser Wilhelm I. mit dem Eisernen Kreuz am weißen Bande geehrt.

-         1873 kehrte sie in die USA zurück, wo sie sich in einem Sanatorium von den Strapazen erholte. Zugleich bemühte sie sich um den Beitritt der USA zur Genfer Konvention und den Aufbau einer Rot-Kreuz-Organisation in den Vereinigten Staaten.

-         Als sie 1873 mit dem Aufbau des Amerikanischen Roten Kreuzes begann, glaubte in den USA niemand, dass das Land je wieder mit dem Bürgerkrieg vergleichbare Erfahrungen machen würde. Es gelang ihr jedoch, die Regierung unter Präsident James Garfield davon zu überzeugen, dass das Rote Kreuz auch bei anderen Arten von Krisen und Katastrophen von großem Nutzen sein könnte.

-         Sie erweiterte die ursprüngliche Idee des Roten Kreuzes entsprechend und hatte damit großen Einfluss auf das Selbstverständnis der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung.

-         Im Jahr 1878 verfasste und veröffentlichte sie unter dem Titel „The Red Cross of the Geneva Convention. What It Is“ eine an alle Bürger der Vereinigten Staaten, insbesondere aber an die Senatoren und Abgeordneten im Kongress gerichtete Schrift, Sie warb damit um Unterstützung für die Gründung einer Sektion des Roten Kreuzes in den USA und den Beitritt ihres Heimatlandes zur Genfer Konvention.

-         Am 21. Mai 1881, wurde das Amerikanische Rote Kreuz offiziell gegründet. Clara Barton wurde die erste Präsidentin der Organisation. Ein Jahr später hatten auch ihre Bemühungen um eine Unterzeichnung der Genfer Konvention durch die Vereinigten Staaten Erfolg.

-         1884 vertrat Barton die USA bei der Internationalen Rotkreuz-Konferenz und bei der Internationalen Friedenskonferenz in Genf. Mit einem von ihr initiierten Zusatz wurde festgelegt, dass das Rote Kreuz neben Kriegsopfern zusätzlich Katastrophenopfern in Friedenszeiten Hilfe leisten sollte.

-         Clara Barton mochte sich jedoch nicht mit Verwaltungsaufgaben aufhalten. Sie war eine Frau der Tat und begab sich an Katastrophen- und Kriegsschauplätze, um vor Ort Opfern zu helfen. So war sie bei Überflutungen, Tornados, Gelbfieber- und Typhus-Epidemien in den USA aktiv, bei einer Hungersnot in Russland, beim Amerikanisch-Türkischen-Krieg, beim Krieg in Kuba, dem Russisch-Japanischen-Krieg und an anderen Orten im Einsatz.

-         Als eine der ersten verband Barton humanitäre Hilfe mit Aufbauprogrammen. So erwartete sie von den von ihr versorgten Katastrophenopfern, dass diese mit dem gespendeten Geld nicht nur Nahrungsmittel, sondern so viel Saatgut und Werkzeuge wie möglich kauften, damit sie möglichst schnell wieder selbstständig leben konnten. Auch diese „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist heute integraler Bestandteil der Hilfsprogramme der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung.

-         Nach 20 Jahren als Präsidentin des Amerikanischen Roten Kreuzes legte Clara Barton ihr Amt aufgrund interner Machtkämpfe frustriert nieder. Bereits 86-jährig, aber immer noch hochmotiviert, baute sie eine landesweite Erste-Hilfe-Gesellschaft auf. Die letzten Jahre lebte Barton in Glen Echo, Maryland. Ihre Gesundheit ließ mehr und mehr nach. Darüber hinaus litt sie auch an Depressionen.

-         Sie starb 1912 im Alter von 90 Jahren. Ihre Grabstätte im Familiengrab befindet sich nur etwas mehr als einen Kilometer von ihrem Geburtshaus entfernt.

Zitat:

 

"Ich halte den Atem an, angesichts des riesigen Schattens, der sich wie ein Leichentuch über uns legt. Der Mensch zählt hier nicht mehr als Individuum, sondern wird per tausend gezählt und nach Meilen vermessen."