Florence Nigthingale:
Sie hat zwar nicht im Krieg zwischen den Staaten selbst Hand angelegt, aber ihr ist im Bereich der Pflege und des Ambulanzdienstes sehr viel zu verdanken.
Viele der helfenden Engel wurden von ihr inspiriert.
- Geboren am 12. Mai.1820 in Florenz; als Tochter von Fanny und William Edward Nightingale
- William Edward Nightingale wollte seine Töchter in einem liberalen Sinne erzogen sehen und unterrichtete er seine Töchter zum Großteil selbst.
- Nightingale empfand besonders die Gesundheitsfürsorge für arme Bevölkerungsschichten schockierend und sah die Notwendigkeit, vor allem auf diesem Gebiet aktiv zu werden. Ihre Entscheidung, sich zukünftig der Krankenpflege zu widmen, teilte sie erst als Fünfundzwanzigjährige ihrer Familie mit. Die reagierte darauf mit großer Verärgerung und Sorge und verbot ihr, einen solchen Beruf näher in Betracht zu ziehen.
- Angesichts der schlechten Reputation, die der Beruf genoss, war vor allem ihre Mutter äußerst besorgt über ihre Entscheidung.
- 1851 wies Florence Nightingale gegen den ausdrücklichen Wunsch ihrer Mutter den Heiratsantrag von Lord Houghton, einem wohlhabenden Adligen, Schriftsteller und Politiker, zurück.
- Sie fühlte sich schon als Siebzehnjährige zur Krankenpflege berufen. Zur damaligen Zeit gehörte der Beruf der Krankenpflegerin zu den minderwertig angesehenen Tätigkeiten.
- Trotz der fehlenden Ausbildung zur Krankenschwester waren Florence Nightingale die Mängel der damaligen Krankenpflege bewusst.
- 1850 konnte sie in ihrer Familie durchsetzen, dass sie sich für einige Tage in Kaiserwerth (heute ein Stadtteil von Düsseldorf) aufhalten durfte. Ein wissenschaftlich fundiertes, organisiertes Krankenpflegewesen mit spezifischer Ausbildung war bis dahin in England nicht vorhanden.
- Mit Hilfe einflussreicher Freunde konnte sie 1851 durchsetzen, dass sie in der von Theodor Fliedner gegründeten Kaiserwerther Diakonie eine dreimonatige pflegerische Ausbildung absolvierte.
- Hier eignete sie sich nicht nur die Fertigkeiten beruflicher Krankenpflege an; sie lernte auch die Bedeutung planmäßiger Organisation von Krankenhäusern und nachhaltiger Ausbildung der Pflegekräfte zu schätzen.
- Wenn auch Nightingale das geistliche Leben der Diakonissen und den Umgang mit den Patienten in Kaiserswerth ihr Leben lang als vorbildlich betrachtete, äußerte sie sich doch später kritisch über die Pflegeausbildung in Kaiserswerth .
- Von Kaiserswerth zog Florence Nightingale weiter nach Paris. Dort studierte sie die Pflegemethoden der "Barmherzigen Schwestern", der Genossenschaft der Töchter der christlichen Liebe vom Hl. Vinzenz von Paul (Vinzentinerinnen).
- Im Alter von 33 Jahren übernahm sie unter Verwendung ihres eigenen Vermögens 1853 die Leitung eines Sanatoriums für kranke Gouvernanten in London und entwickelte es zu dem, was sie sich unter einem Krankenhaus vorstellte. Bei der Cholera-Bekämpfung wurde sie in England bekannt.
- 1853 erschienen Berichte über die katastrophale Situation der im Krimkrieg verwundeten Briten. Die Presse und die Öffentlichkeit reagierte mit Entsetzen darauf, dass französische Soldaten von katholischen barmherzigen Schwestern gepflegt wurden, während den britischen Militärs nur unausgebildete männliche Sanitäter zur Verfügung standen.
- Florence Nightingale bot der britischen Regierung ihre Hilfe an. Mit 38 Krankenschwestern einschließlich ihrer Tante Mai Smith, medizinischen Gerätschaften und Medikamenten brach sie am 21. Oktober 1854 mit dem offiziellen Auftrag des Kriegsministeriums, in Richtung Krim auf. Die Zustände, die Florence Nightingale dort vorfand, waren tatsächlich katastrophal. Die Verwundeten und Kranken lagen in schlecht belüfteten, rattenverseuchten Stationen nahezu ohne hygienische Einrichtungen. Da sich für verwundete Soldaten niemand zuständig fühlte, waren die Kranken häufig nicht einmal mit dem Nötigsten versorgt. Eine militärische Anweisung sah unter anderem vor, dass sich Soldaten grundsätzlich mit ihrem Feldgeschirr in den Lazaretten einzufinden hatten. Soldaten, die auf den Schlachtfeldern verwundet wurden und ohne Feldgeschirr in die Lazarette eingeliefert wurden, hatten gewöhnlich keine Möglichkeit, sich mit neuem Geschirr versorgen zu lassen.
- Mit unermüdlichem Einsatz und großer Willenskraft erleichterte Florence Nightingale dort ab November 1854 mit ihren Helferinnen das Schicksal der über 5.000 Verwundeten. Widerstand schlug ihr vor allem durch das britische Militär entgegen, das ihr Eintreffen als Einmischung von Zivilpersonen in militärische Angelegenheiten empfand.
- Nightingale entschied sich deshalb bewusst, sich zunächst nicht in die Lazarettarbeit einzumischen, sondern beschränkte sich zunächst darauf, lediglich die Patienten, die Militärärzte explizit zu ihr sandten, mit Nahrungsmitteln zu versorgen.
- Ein Hilfsangebot Theodor Fliedners lehnte sie trotz dieser hohen Zahl an Patienten ab, da sie ihren eigenen Weg gehen wollte.
- So verbesserte sie die Hygienesituation, z.B. kochte sie die Verbände aus oder wechselte die Bettwäsche regelmäßig und sorgte für gesündere Ernährung der Verwundeten. Die britische Führung auf der Krim war zunächst nicht von dieser Hilfsaktion angetan. So musste sie tagsüber mit den Offizieren und Ärzten um die Durchsetzung der notwendigen Änderungen kämpfen. Durch die Anforderungen, die der tägliche Kampf um Verbesserungen der Infrastruktur (z.B. Kanalisation) und Ernährung mit sich brachten, kam sie oft erst abends im Dunkeln dazu, selbst noch nach den Kranken zu sehen. Zusammen mit ihrer Beliebtheit bei den verwundeten Soldaten erhielt sie so den Spitznamen „ Lady mit der Lampe“, später wurde sie auch „Engel der Barmherzigkeit“ genannt.
- Als sie schließlich (vermutlich am Krim-Kongo-Fieber, ein Hämorrhagisches Fieber) schwer erkrankte, musste sie die Krim verlassen.
- Bei Ihrer Rückkehr nach England am 7. August 1857 war sie die zweitberühmteste Frau Englands direkt nach Königin Victoria.
- Eine große Geldspende von 50.000 Pfund, die sie erhielt, verwendete sie für die Gründung der Florence-Nightingale-Stiftung und die Einrichtung einer Krankenpflegeschule am St. Thomas Hospital in London 1860 (Stadtteil Lambeth). Dort etablierte sie das später sogenannte Nightingalesche System in der Krankenpflege und -ausbildung. Ihr Engagement für eine solide Ausbildung führte dazu, dass der Beruf der Krankenpflegerinnen weltweit eine Aufwertung erfuhr. In zahlreichen Krankenhäusern wurden Schwesternschulen nach diesem Vorbild eingerichtet und organisiert. Gemeinsam mit Schwester Mary Jones entwickelte sie außerdem die Idee von der Gemeindeschwester, die bei Armen für die häusliche Krankenpflege sorgte.
- Bereits 1859 waren ihre Notes on Nursing erschienen, in denen sie unter anderem schrieb:
Pflege bedeutete wenig mehr als das Verabreichen von Arzneien und das Anlegen von Umschlägen. Es sollte aber auch die richtige Anwendung von frischer Luft, Licht, Wärme, Sauberkeit und Ruhe sowie die richtige Auswahl und Gabe von Nahrung beinhalten.
- In der Folge setzte sich Nightingales System der Krankenpflege und Krankenpflegeausbildung zunächst in ganz England und später in den meisten Ländern Europas und vielen anderen Ländern der Welt durch.
- Auch im Ausland war sie berühmt. Lazarette wurden nach ihren Ratschlägen
in der ganzen Welt errichtet. Neben der Krankenpflege kümmerte sie sich auch um die soziale Not der Menschen. Aus diesen Bemühungen entwickelten sich später die nichtkonfessionellen Sozialdienste Englands. Ihre Arbeit
würdigte man mit der Schaffung der „Florence-Nightingale-Medaille“.
- sie starb am 13. August 1910 in London
civil war ambulance